social trading

[English text follows the German version]

Als ich das erste Mal über den Begriff Social Trading gestolpert bin, war ich zunächst etwas verwirrt, denn „sozial“ verband ich bis dahin eher mit Gemeinnützigkeit oder der Caritas. Das war aber so eine typische Denglisch-Falle, in die man als Deutscher gerne tappt… (also social trading ist nicht mit sustainable investments zu verwechseln)

Social Trading ist natürlich eine Anlehnung an Social Networks wie Facebook, Google+ oder ähnlichen, eine Community steht hier also im Mittelpunkt. Anders als bei Facebook handelt es sich aber nicht um eine Gruppe pubertierender Teenies oder Baby-Bilder postende Mamas, sondern um eine Community, die sich mit dem Handel von Wertpapieren beschäftigt (Trading).

Die Social Trading Plattformen erlauben es den Mitgliedern ihre Wertpapiergeschäfte offen mit allen zu teilen (ganz untypisch für Deutsche) und in der Regel bieten die Plattformen anderen Mitgliedern die Möglichkeit diesen Anlageentscheidungen zu „folgen“ (follow trading). In dem Fall ist aber ein „Like“ kein einfaches Folgen, sondern die Trades werden zeitgleich in einem (in der Regel extra dafür eröffneten) Wertpapierdepot ausgeführt. Ich partizipiere als direkt an der Anlagestrategie des Traders dem ich folge. Dabei habe ich meist die Möglichkeit mehreren Tradern gleichzeitig zu folgen und die Strategien so zu mixen.

Die Community unterstützt mich dabei einzelne Trader auszuwählen. Dazu stellt man mir historische Wertentwicklungen, Informationen und Bewertungen von anderen Mitgliedern, Anzahl der Follower etc. zur Verfügung. Zusätzlich kann der Trader auch seine Aktivitäten kommentieren und so das Geschehen etwas transparenter machen. Meist kann man auch erfahren, ob der Trader mit eigenem Geld in der Strategie investiert ist (Stichwort Eigeninteresse oder alignment of interest).

Warum aber soll ein erfolgreicher Trader seine Geheimnisse mit anderen teilen? Zum einen wird die Social Trading Plattform den Trader an den Transaktionsgebühren (zum Teil auch an der Wertentwicklung) der ihm folgenden Personen beteiligen. Je mehr Leute ihm Folgen, je mehr investiert, je häufiger er handelt, desto mehr klingelt bei ihm die Kasse. Daneben kann man so natürlich auch viel Anerkennung von anderen ernten. Vorausgesetzt die Trades sind erfolgreich, dann haben natürlich auch die Follower etwas davon und freuen sich über Gewinne.

Beispiele sind (wenn auch mit ganz unterschiedlicher Umsetzung):

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